Kugelbahn und Murmelbahn aus Holz

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Kugelbahn ganz einfach aus 4 Rollbahnen und Unterlegklötzen

Fabian hat sich seine Kugelbahn selber gebaut

Foto aus dem Nordkurier Okt. 04


Kugelbahn aus Holz    


Kugelbahn "a-bach-o" in der Presse:

 

Krefelder Zeitung am 26.09.07

Sonderveröffentlichung zum Flachsmarkt

Die A-bach-O-Bahn finden Kinder zum Abrollen lustig

Murmelbahnbauer Weil er kein Weihnachtsgeschenk für seine Kleinen fand, hat Martin Pierags einfach selbst eine gebaut

Oft kann man mit einfachen Dingen die spannendsten Ergebnisse erzielen. Das gilt besonders für Kinderspielzeug. Ein paar hölzerne Bausteine und Glasmurmeln reichen aus, um Kinderaugen zum Leuchten zu bringen. Was man mit diesem minimalistischen Set alles bauen kann, ist erstaunlich, nämlich Murmelbahnen in allen Variationen. Man kann die Holzklötze in die Höhe oder Länge stapeln, sie im Zick-Zack-Muster anordnen oder als Rondell arrangieren, damit sich die bunten Kugeln anschließend ihren Weg durch die selbst gemachte Strecke bahnen können. Somit wird jede selbst gebaute Murmelbahn zum Unikat.
Der Erfinder dieses Holz-Spiel-Spaßes ist Martin Pierags. "Meine Idee, selbst eine Kugelbahn zu entwickeln, kam mir zu Weihnachten", erzählt Pierags. Er wollte für seine Kinder eine Murmelbahn kaufen, wurde aber nicht fündig, obwohl es viele Kugelbahnen auf dem Markt gibt. "Ich suchte eine Murmelbahn aus geanz einfachen Materialien, mit der auch kleine Kinder spielen können. Es sollte eine Bahn sein, die ohne Schrauben oder Scharniere funktioniert und die Kreativität von Kindern fördert." Also tüftelte der Schreiner selbst an einer Idee und produzierte seinen ersten Prototypen: einen Baukasten mit 20 Rollbahnen und 60 Unterlegklötzen, dazu einen Satz Glasmurmeln. Die einzelnen Holzklötze sind so handlich, daß auch Kinder ab vier Jahren gut damit spielen können. Das Besondere an Pierags Idee ist zudem die Einfachheit der Rollbahnteile und der Unterlegklötze, die vielfältige Aufbau- und Spielvarianten ermöglichen.
Aus dem Weihnachtsgeschenk für seine Kinder hat siche ein lukratives Geschäftsmodell entwickelt. Er konnte seine Bahn an Ergotherapeuten verkaufen und auch Kindergärten zeigen Interesse. Sein Spielzeug hat der Tischler auf den Namen A-bach-o getauft. "Abacho" heißt auf Spnisch herunter, was auf das Herunterlaufen der Kugeln hindeutet. "Ausserdem reimt sich A-bach-O auf "Karacho", lacht der Tischler:"Wenn die Glasmurmeln in schnellem Tempo die Bahnen herrunter rollen, klappern sie wie ein Bach."

Financial Times Deutschland am 16.09.07:

Da staunt ihr, Bauklötze

von Benjamin Prüfer

Wer nicht will, dass seine Kinder mit bleiverseuchten China-Barbies hantieren, sollte bei Holzspielzeug bleiben. Das ist ökologisch okay, gesünder und vor allem viel weniger öde als früher. Vor der Geburt des ersten Kindes hatte man es sich so schön vorgestellt: Ohne Playstation und Plastikspielzeug sollte es aufwachsen. Sich mit Holztieren und naturgefärbten Bauklötzen von selbst zum Weltbürger erziehen. Doch die Verwandten torpedieren die guten Vorsätze mit bizarren Spielzeuggeschenken: einer rosa Plastikgitarre mit Augen zum Beispiel. Die Kleinen sind begeistert. Ganz ehrlich: Eigentlich war man doch erleichtert, als Mattel Spielzeug zurückrufen musste, weil man darin Spuren von Blei gefunden hatte. Schließlich gab es jetzt einen Grund, diesen Plastikkrempel zu entsorgen: Da ist Blei drin! Plutonium! Weg damit! Her mit dem Holzspielzeug! Leider wissen Kinder aber instinktiv, dass "pädagogisch wertvoll" meist auch "schnarchlangweilig" bedeutet. Man braucht deshalb Holzspielsachen, die es mit rosa Plastikgitarren aufnehmen können. Diese hier zum Beispiel.
  • Murmeln mit Mahagoni

  • Murmelbahnen sind meist langweilig: Starre Gestelle, in die man oben eine Kugel reinwirft, die dann in Zickzackbahnen nach unten rollt, bis sie gegen das obligatorische Glöckchen am Ende stößt. Doch der Möbeltischler Martin Pierags aus Demmin entwarf eine, die anders ist. Eigentlich wollte er nur zu Weihnachten für seine Kinder eine Murmelbahn kaufen - fand aber keine, die seinen Vorstellungen genügte. Also stellte er sich in seine Werkstatt und entwarf selbst eine. Heraus kam, was Bernward Thole, Mitglied der "Spiel des Jahres"-Jury einmal die "ultimative Kugelbahn" nannte: Pierags "A-bach-o"-Bahn besticht durch ihre archaische Einfachheit. Das Ganze besteht aus 20 mal 4,5 Zentimeter großen, keilförmigen Rinnen, die wie Bauklötze gestapelt werden können. Schrauben oder Verbindungsteile sind nicht notwendig. Da die Bahnen so breit sind, dass man selbst ein Matchbox-Auto hinunterrollen lassen kann, müssen sie nicht exakt aneinandergelegt werden. Daher können selbst vierjährige Kinder sie zu stuhlhohen Türmen stapeln.
    Kugelbahn A-bach-o von Holz-im-Spiel, 5 Bahnen mit 15 Bauklötzen, 69 Euro, www.a-bach-o.de
  • Kollabieren mit Kiefer

  • Einsturzbrücke von Brio, ab drei Jahren, 25,99 Euro
  • Biken mit Birke

  • Wooden Harley Davidson Softail Rocker, 130 $ zuzüglich Versand, www.classicwoodentoys.com
  • Lärmen mit Lärche

  • Schoenhut Toy Piano, je nach Modell zwischen 54 und 799 $ zuzüglich Versand aus den USA, www.toy-piano.com

Bernward Thole, Gründer des Deutschen Spiele-Archivs in Marburg und Ehrenmitglied der Jury des Kritikerpreises "Spiel des Jahres"
schreibt für die Oberhessische Presse im November 2005:

Schon die alten Griechen und Römer kannten Kugelbahnen, die sie an öffentlichen Plätzen installierten. Haben nur die Kinder daran gespielt? Offensichtlich nicht, da sie zuweilen schon etwas höher angebracht waren. Es ist also davon auszugehen, dass sich auch die Erwachsenen daran amüsiert haben.
Nicht nur im alten Rom, auch in Marburg gibt es seit ein paar Wochen am "Plan" eine solche größere, steinerne Kugelbahn, die von Groß und Klein gerne aufgesucht wird. Allerdings ist das Ganze nicht überdacht. Schon bei Regen ist das eigentlich schade. Und im Winter, wenn es tatsächlich wieder einmal schneien sollte, werden die Murmeln im Schnee stecken bleiben...
Da gibt es nur eins, mal legt sich eine eigene, häusliche Kugelbahn zu. Der Markt bietet Bahnen in Hülle und Fülle an: Kleine, fertige Bahnen in Holz und Plastik mit dem obligaten Glöckchen am Ende, aber auch größere Konstruktionen mit Hebeanlagen für die Kugeln und anderes mehr, ebenfalls in Plastik und in Holz.
Auf den vielen Spielemessen, die ich im Laufe des Jahres besuche, gehe ich an kaum einer Kugelbahn vorbei, ohne sie auszuprobieren. Bei der überwiegenden Mehrzahl der Bahnen fülle ich alle vorhandenen Murmeln oben ein und gehe weiter und höre hinter mir das obligate Schlussglöckchen.
Da gibt es aber auch geradezu riesige Konstruktionen mit allem technischen Schnick-Schnack. Die Murmeln laufen über Serpentinen und Sprungschanzen und Karussell unendlich lange hoch und wieder herunter und um tausend Ecken herum. Da bleibt man als Kugelbahn-Fan schon mal etwas länger stehen und schaut sich staunend das geradezu unendliche Spektakel an.
Die ultimative Kugelbahn aber habe ich jetzt auf einer Messe in Stuttgart entdeckt. Sie hat mit ihren Unterleg-Klötzen und schlichten Rollbahnteilen geradezu einen archaischen Charme. Alle sauber verarbeiteten Teile sind aus Holz und riechen auch nach Holz. Da wird auch nichts über Noppen oder Steckstifte simpel ineinander gesteckt. Jede neue Bahn muss man mit den Klötzen und Bahnteilen frei aufbauen, eine stete Herausforderung an die Bautechnik. Und im Endergebnis immer ein Unikat, das seinen Erbauer mit Stolz erfüllt, wenn es denn funktioniert und die Kugel unten ankommt.
Martin Pierags nennt seine Kugelbahn "A-Bach-O", weil solche Bahnen immer an einen munteren Bach erinnern und ein A und ein O, also einen Anfang und ein Ende haben. Und dann heißt "abacho" auf Spanisch auch "herunter". Tatsächlich hofft jeder kleine und große Kugelbahnbauer, das seine Murmeln am Ende auch gut laufen und unten ankommen.

 

 

Murmelrennen mit Karacho,
Artikel im Nordkurier vom Oktober 2004

Ückeritz.  Der kleine Blondschopf Fabian ist erst vier, aber ruck zuck hat er eine fast stuhlhohe, meterlange Murmelbahn aus den Holzklötzen gezaubert, die vorher noch kreuz und quer in einer Kiste lagen. Die sogar nebeneinander um die Wette rollenden Glasmurmeln machen ihm sichtbar Vergnügen. Mit den schön großen Klötzern kann er unendlich variabel Weichen stellen, Wippen bauen, ohne dass die Murmel ins Stocken gerät oder herunterfällt. Murmelbahnen gibt es viele, aber kaum eine, mit der ein kleineres Kind wie er mühelos spielen kann. Deshalb hat sich sein Vater, von Beruf Möbeltischler, das Spiel selber ausgedacht. Das kam so: Martin Pierags wollte vor zwei Jahren seinen 3-, 6- und 9-jährigen Kindern zu Weihnachten eine Murmelbahn kaufen.
„Ich ließ mir viele Prospekte zuschicken und wälzte viele Kataloge, aber fündig wurde ich nicht, denn keine angebotene Murmelbahn genügte meinen Vorstellungen. Denn es sollte eine Bahn sein, die an kein Raster gebunden ist. Der Übergang zwischen zwei Rollbahnen soll nicht mit Hilfsmitteln oder Kleinteilen befestigt werden, damit auch kleinere Kinder mitspielen können. Es sollte eine Bahn sein, die nicht durch Zukaufen von Zubehör und Erweiterungen interessant wird, sondern die Kreativität der Kinder herausfordert, aus sich heraus immer wieder neue Aufbauvarianten zu erfinden.“
Also tüftelte der Ückeritzer selbst an einer Idee und setzte sich kurzerhand auch selbst in seine Werkstatt. Herausgekommen ist eine kinderleichte Variante mit 101 Teilen: 20 Rollbahnen, alles sich nach vorn verjüngende, geneigte und seitlich durch gleich hohe Seitenwände begrenzte Flächen; dazu 60 Unterlegklötzer und 21 Glasmurmeln, die auf dem weichen Kiefernholz nicht springen.
Alle Teile lassen sich sowohl in die Länge, in die Höhe, im Kreis oder einfach kreuz und quer, über- und untereinander zusammenbauen, ohne dass die Murmel aus der Bahn fällt oder die hölzernen Teile kaputtgehen. Die Kinder können sie zusammen aufbauen und gleichzeitig oder auch parallel mit eigenen Bahnen spielen. Ihrer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Als Martin Pierags merkte, wie sehr seine Kinder dieses Spiel lieben, hat er sich gedacht, dass das auch für andere zutreffen würde. Einen Hersteller hat Pierags nicht gefunden, also hat er vor sechs Wochen selbst 15 Kisten gebaut und mit den Teilen bestückt. Er hat dem Kind einen Namen gegeben: A-bach-o, und hat ein Patent für seine Erfindung angemeldet. Ist in die Kindergärten der Gegend gegangen und hat zwei Kisten zum längeren Ausprobieren dagelassen. War in Greifswalder Kindergärten, in der Demminer Kita „Südmauer“, der evangelischen Kita der Hansestadt und beim Loitzer Verein „Kinder haben keine Bremse“.
Sogar Platz für Matchbox
Und die Glasmurmelbahnen waren der Hit, erzählt Martin Pierags erfreut, sie wurden verkauft beziehungsweise Interesse bekundet. Schließlich haben einige vier Stunden am Stück damit gespielt. Außerdem kann man sogar Matchboxautos darauf herunterrasen lassen! Kommende Woche ist der gebürtige Berliner in der Hauptstadt unterwegs, um A-bach-o zu vermarkten. Die Glasmurmelbahn ist aber nicht das einzige Spielzeug, das der junge Mann gebaut hat. Er entwirft und stellt auch Einrichtungen für Kindergärten her. In seinem auf altem Feldsteinfundament mit lehmumkleideten Ziegeln selbst errichteten Haus, steht schier überall eigenes Holzspielzeug: Ein Kran zum Beispiel, und über dem Parkett-Oktogon schwebt eine Leiter für seine „Akrobatik-Kinder“. Kein Wunder, kann der Papa doch sogar jonglieren! Jeden Dienstag von 15.30 Uhr bis 17.30 bauen die Kinder des Dorfes und der Umgebung unter der Leitung von Martin Pierags seit sechs Jahren schon in der Ückeritzer Holzwerkstatt an sechs kleinen Hobelbänken alles, was sich die Kinder so wünschen: Von der Meerschweinchenkiste über Drachen bis zum Flitzbogen.

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